Sieg & Gesamtführung in der TEC7 ORM2 Rallye-Staatsmeisterschaft für Knobloch/Fürst im Rebenland


Mit einem Podium von der „Jänner“ im Gepäck reiste das Duo Knobloch/Fürst ins steirische Rebenland zum zweiten Lauf der TEC7 ORM2 - der Staatsmeisterschaft für seriennahe Allradfahrzeuge – an, mit einem Sieg und der Gesamtführung reiste das vom Gassner Motorsport Rallye Team betreute Duo wieder ab. Die Spannung bis dahin war über beide Rallyetage hindurch hoch – es war stets ein sehr enger Schlagabtausch zwischen dem erwarteten Spitzen-Trio, am Ende gewann das Team Knobloch/Fürst nach rund 160 SP-Kilometern und 1:51:16,9 Fahrzeit unglaubliche 3/10tel Sekunden vor dem Team Zellhofer/Seidl, das Team Lichtenegger/Ettel schied nach Unfall aus.


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Das Duo Günther Knobloch und Erik Fürst ist mit dem Ziel angereist, die Pace gegenüber der „Jänner“ zu verbessern und – im Idealfall – um den Sieg in der ORM2 kämpfen zu können. In der Gesamtwertung wurde ein Top-10 Ergebnis angepeilt – bei 14 Rally2-Fahrzeugen in der Startliste, die von der technischen Pace auf Asphalt um gute 2 Sekunden pro Kilometer schneller sind, ist auch dieses Ziel durchaus als ambitioniert zu bezeichnen. Besonders aber ersteres, da einige Gegner in der ORM2 heuer durchaus hochkarätig sind. Zuerst zu nennen, ist wohl der aktuell als „schnellster österreichischen Junior“ gehandelte Kärntner Maximilian Lichtenegger (Clio Rally3, Team BRR – hat nach 18 Starts in 18 Monaten nicht nur eine beindruckende Seat-Time, sondern unter anderem auch ein ERC4-Podium beim EM-Lauf „Barum“, einen Junioren-Sieg in der ORM und mehrere ORM2-Bestzeiten bei seiner „Jänner-Premiere“ vorzuweisen), Christoph Zellhofer (Suzuki Swift ZMX, Team ZM-Racing – dreifacher Gesamtsieger des ORC, Vorläufer der ORM2) und Roland Stengg (2-WD Staatsmeister 2021). Gleich zu Beginn zeigte der Steirer, dass Erfahrung bei dieser Rallye jedoch auch Gewicht hat.
Knobloch startete mit zwei Bestzeiten in die Rallye – nach dem zweiten Service (vor WP 4) lag der Grazer 3 Sekunden vor dem Wolfsberger Maximilian Lichtenegger und 13 Sekunden vor Christoph Zellhofer. Auf den verbleibenden vier Prüfungen drehte sich das Bild – in die Nacht ging Maximilian Lichtenegger 13,6 vor Knobloch und 28,6 vor Zellhofer – die anderen ORM2-Teams waren zu dem Zeitpunkt bereits deutlich abgeschlagen.
Knobloch: „Die Vorfreude vor der „Rebenland“ war groß – schließlich konnte ich hier 2019 mein erstes ORM-Gesamtpodium im Fabia Rally2 feiern, zudem bin ich auch privat mit der Region sehr eng verbunden. Die letzten beiden Jahre war ich im schon sehr betagten RGT-Porsche leider jeweils mit technischen Problemen ausgefallen – umso mehr freute ich auf meinen dritten Start im Clio Rally3, einem der siegfähigen Fahrzeuge in der ORM2. Eingesetzt wird der Clio immer vom Gassner Motorsport Rallye Team, das Team hat den Rally3 technisch sehr gut im Griff, das Paket hat sich zudem als sehr zuverlässig und konkurrenzfähig erwiesen. Mit meinen zwei Bestzeiten zu Beginn war ich happy. In Folge eines Flüchtigkeitsfehlers auf der WP5 – Remschnigg drehte ich mich, und verlor dabei 14 Sekunden. Der schwere Crash von Albert auf der WP Pössnitz hat mich mental offensichtlich auch beschäftigt – ich verlor über eine Sekunde am Kilometer an Pace gegenüber der ORM-Spitze im Vergleich zum ersten Durchgang. Maximilian hingegen bestätigte seine Pace – und wir gingen in Folge letztlich mit 13,6 Sekunden Rückstand auf Lichtenegger/Ettel in die Nachtruhe. Zufrieden war ich damit nicht, aber verloren war auch nichts – die Rebenland Rallye bei der Pace an der ORM2-Spitze zu finishen, gehört nicht zu den einfachsten Aufgaben – das war mir klar.“
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Auf den ersten vier Prüfungen am Samstagvormittag verloren Knobloch/Fürst 2,6 Sekunden auf Lichtenegger/Ettel, auf Zellhofer/Seidl 1 Sekunde – also war es wie so oft im Rebenland, der Nachmittag mit den langen Prüfungen würde die Entscheidung bringen. In dem Fall viel eine Entscheidung bereits auf der ersten Prüfung – Lichtenegger/Ettel rutschten von der Strecke, der Clio war zu sehr beschädigt, um weiterfahren zu können. Auf den 25 SP-KM Eichberg & Schlossberg zog Zellhofer an Knobloch vorbei und lag 2,6 vor Knobloch, auf WP 14 konterten Knobloch, er lag nach WP14 wieder 2,3 Sekunden vor Zellhofer. Auf der WP 15 (Schlossberg 2) setze kurz vor dem Start auf einigen Streckenteilen der Prüfung starker Regen ein, die Reifenwahl und seine Erfahrung mit dem Suzuki spielten nun Zellhofer in die Karten. Nach beherzter Fahrt ging der Niederösterreicher mit 5,8 Sekunden Vorsprung in die verbleibenden 7,7 KM der Powerstage – Knobloch drehten die Geschichte, zur Verwunderung vieler, aber noch in letzter Minute.
Knobloch: „Eine irre Geschichte war das. Für die letzten drei Prüfungen hatte ich auf die härtere Mischung, den Pirelli-Medium gesetzt – wir dachten, falls es regnet, kommen nur ein paar Tropfen. Für die Eichberg war das auch die perfekte Wahl, auf der Schlossberg leider das Gegenteil – über mehrere Kilometer war die Fahrbahn komplett nass. Hinten lief der Reifen im Nassen einfach viel zu kalt, auf den schnellen Passagen hatte ich null Confidence. Chris hatte zumindest hinten den weicheren Reifen montiert – dennoch Respekt, 8 Sekunden auf 20 KM sind eine Menge Holz. Auf der Powerstage musste ich nun für den Sieg um 5,9 Sekunden auf 7,7 KM schneller sein, daran glaubte fast niemand – auch ich hatte da meine Zweifel. Daher setzte ich in Sachen Reifen diesmal auf die „Sicherheitsvariante“ Regenreifen, und versuchte möglichst sauber, ohne besonderes Risiko, drüberzufahren - auf der letzten Prüfung wollte ich auf keinen Fall wegschmeißen. Als ich nach dem Ziel auf der Zeitenliste sah, dass wir tatsächlich um 6,1 Sekunden schneller waren als Chris, und somit letztlich um 0,3 Sekunden!! gewonnen haben, konnte ich es erst gar nicht glauben. Riesenfreude im Cockpit, im Team und bei den Fans vor Ort. Was für eine unglaubliche Geschichte – bei 3/10tel ist mir im Nachhinein noch mal warm geworden, mir sind einige Stellen eingefallen, wo ich auf der Powerstage jeweils zumindest eine halbe Sekunden liegen gelassen habe.
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Chris ging es sicher ebenso, diesmal war das Glück aber auf unserer Seite. Danke an das Team Gassner, Erik und alle Sponsoren, die diesen Erfolg möglich machen – wir reisen nun als Führende in der ORM2 ins Lavanttal, das ist wirklich unglaublich."

Onboard Powerstage – Bestzeit & Sieg in der TEC 7 ORM2: https://www.youtube.com/watch?v=6HKWxOt1znA

Ergebnisse TEC7 ORM2 im Rebenland
à https://www.delta-timing.hr/results/rebenland26/
Gesamtwertung (zeitverzögert aktuell)
à https://www.rallye-oem.at/sites/wertung.html


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