Fulminanter Endspurt mit dem ŠKODA FABIA brachte uns das Podium bei der ORM-Premiere im R5

Die Ausgangslage bei der ORM-Premiere für uns im R5 war denkbar schwierig – die erste Rallye mit dem FABIA R5 bestritten Jürgen und ich erst vor drei Wochen im Rahmen der Schneerosen-Rallye. Die Rebenland-Rallye – bekanntermaßen eine der schwierigsten Rallyes in Österreich – war dank vieler ausländischer Starter aus dem Mitropa-Cup zudem mit zehn R5-Teams stark besetzt.

Mit viel Respekt starteten wir in die erste Sonderprüfung - etwas zu verhalten, Rang 9 auf der ersten SP war nicht das erhoffte Ergebnis. Erwartet hatten wir ein Ergebnis im Bereich der Top-5, die Ex- Staatsmeister Hermann Neubauer, Julian Wagner und der 2-WD Europameister Jan Cerny waren der Favoritenkreis, die beiden im Vorjahr in R5-Fahrzeugen Zweit- und Drittplatzierten der Rallye Staatsmeisterschaft 2018 – Johannes Keferböck und Gerhard Aigner – waren dank Ihrer R5-Erfahrung auch klar im Vorteil. Obwohl zudem einige starke Ausländer am Start waren, nach Rang zwei bei der Schneerosen Rallye vor drei Wochen schien ein Top-5 Ergebnis realistisch – vor allem wenn man berücksichtigt, dass bei einer so schwierigen Rallye meist nicht alle Top-Piloten das Ziel sehen.

Bereits auf SP2 setzte unser Team dann auch schon ein erstes Ausrufezeichen – eine dritte Gesamtzeit war mehr, als wir uns für den ersten Tag bei der ORM-Premiere vorgenommen hatten. Wir bestätigten folgend den ganzen Freitag hindurch die Performance – von SP2 bis SP7 konnten Jürgen und ich den FABIA jeweils auf Rang drei platzieren, nur die beiden Favoriten Hermann Neubauer und Julian Wagner waren schneller.

Der Zeitenrückstand lag mit 0,98 bis 1,57 Sekunden pro SP-Kilometer auf den jeweiligen SP-Sieger im erhofften Bereich. Ich war nach dem ersten ORM-Tag im FABIA sehr zufrieden. Der Ungar Kristóf Klausz ist mit nur 13 Sekunden Rückstand sehr nah dran, auf den fünftplatzierten Keferböck haben wir jedoch schon mehr als eine halbe Minute Vorsprung, auf Gerhard Aigner fast eine Minute – was für ein genialer erster Tag. Das ganze Team ging Freitagabend auf Rang drei platziert dementsprechend zufrieden schlafen.

Am zweiten Tag reduzierten wir den Rückstand pro gefahrenem Kilometer auf den Bestplatzierten – zumeist Hermann Neubauer – weiter, dieser lag zumeist schon bei unter einer Sekunde. Kristóf Klausz war phasenweise jedoch noch schneller, zwei Prüfungen vor Ende betrug der Rückstand des ehemaligen 2-WD Junior-Staatsmeister – trotz 10 Sekunden Zeitstrafe wegen einem Frühstart - auf uns nur noch 9,8 Sekunden. Als nur zwei Prüfungen vor Schluss eine um zwei Minuten verspätete Service-Ausfahrt - bedingt durch ein erst kurz vor Service-Ende entdecktes, mutmaßliches Problem mit einer hinteren Halbachse - das Spiel umdrehte, schienen die Podiumschancen für unser Team nur noch gering. Aus 10 Sekunden Vorsprung waren durch die 20 Sekunden Strafzeit kurz vor Schluss 10 Sekunden Rückstand geworden.

Wir sind Samstag immer im geplanten 90-Prozent-Modus unterwegs gewesen, keinesfalls wollten wir das mögliche Podium durch einen Fehler gefährden. Die 10 Sekunden Vorsprung war ich mir relativ sicher, mit etwas mehr Einsatz über die letzte beiden Prüfungen verwalten zu können. Mit den 10 Sekunden Rückstand war die Lage natürlich ganz anders, jetzt war eine Entscheidung gefragt. So knapp vor dem Ziel wollte ich das Podium nicht aufgeben, also entschied ich mich für eine letzte Attacke

Im Rundkurs Schlossberg konnten wir über 5 Sekunden Rückstand auf Klausz wettmachen, auf der Powerstage fehlten nur noch knapp 3 Sekunden. Also – all in!“ Phasenweise ein wenig „über Pace“ schlichen sich auf der letzten SP zwei kleine Fehler ein, die aber nicht viel Zeit kosten – im Ziel durfte das Team RACE RENT AUSTRIA nicht nur das erste Gesamtpodium in der ORM bejubeln, sondern sich auch über die sensationelle Pace im Endspurt freuen.

Die Top-3 der Power-Stage (Wagner, Neubauer und ich) trennten nach 8.98 KM weniger als eine Sekunde, der viertplatzierte Kristóf Klausz lag bereits 11,9 Sekunden zurück, 2-WD Europameister Jan Cerny 17,6 Sekunden – alle weiteren Piloten bereits über eine halbe Minute! Der Welt- und Europameister Andi Aigner, der das Team RACE RENT AUSTRIA unterstütz und künftig auch selbst einzelne Starts mit dem R5 plant, konstatierte im Ziel; „Attacke am letzten Drücker, dass gefällt mir – Vorsprung verwalten kann jeder.“ 

Am Ende waren wirklich alle im Team mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Natürlich ist der Abstand zum Erstplatzierten Hermann Neubauer mit 2:57 noch groß, der Vorsprung auf den fünft platzierten Johannes Keferböck war mit 3:08 jedoch noch größer, darauf lässt sich für die kommenden Rallyes in jedem Fall sehr gut aufbauen. Bereits in drei Wochen stehen wir im Lavanttal wieder am Start – die Rallye wird wie schon in Leutschach mit einem Event beim lokalen ŠKODA-Partner eingeläutet, der FABIA und das Team sind diesmal am Mittwoch dem 3. April um 18.00 im Autohaus Dohr in Wolfsberg zu Gast. Ab Donnerstag wird wieder der Aufschrieb erstellt, am Freitag startet die 43. WeinbergerHolz Lavanttal Rallye in Wolfsberg.



Ergebnisse: http://www.delta-timing.hr/results/rebenland19/
Rebenland Rallye – Info: http://www.rebenland-rallye.at/2019/

→ NEXT EVENT: 43. WeinbergerHolz Lavanttal Rallye: http://www.lavanttal-rallye.at/2019/