Jänner Rallye 2018 – die Rallye der Dramen

Julian Wagner und Anne Katharina Stein starteten mit wenigen Testkilometern im Bamminger-R4 in die Jänner-Rallye 2018. Das Duo begann in die Rallye fulminant - die sehr schwierige SP1 Pierbach meisterten sie mit einer sensationellen 5. Gesamtzeit, nur 8,8 Sek hinter dem späteren gesamtführenden Simon Wagner und als bei weitem schnellstes Jänner-Rallye Debütanten-Team. 

Ein Ausritt in SP2 und ein Getriebeschaden nach SP3 machten dann leider schon in der ersten Etappe alle Hoffnungen auf ein Top-Ergebnis zunichte. Zuvor bestätigte das Team aber mit einer sechsten Gesamtzeit in der SP3 noch einmal die sehr gute Pace von Julian und Anne und das Potential des Paketes. Das von vielen Piloten beschriebene „Phänomen“ – man fühlt sich bei der „Jänner“ als Pilot steht’s zu langsam, obwohl man knapp an der Grenze des Menschenmöglichen bewegt – erlebten die beiden auf der ersten Etappe mehrfach – hier der Link zum sehenswerten Onboard-Video! 

Das Phänomen ist unglaublich - sogar wir, im serienmäßigen SUBARU WRX, wurden ein paar Mal von der „Jänner“ überrascht. Wir sind aber nur als Vorausfahrzeug, zum Schrieb erstellen und Erfahrungen sammeln - ohne Wettbewerbsdruck mit normalen Winterreifen - unterwegs gewesen.Spätestens nach drei Kilometer – siehe Video Arena Pierbach – war mir klar, dass man hier ohne Erfahrung und einen guten Eis-Spion keinen Erfolg haben kann. 

Weit mehr als die Hälfte der Top-Piloten „ruderten“, weit weg von der Ideallinie, die Passage runter. Zwei Autos lagen am Dach, über die Hälfte der Spitze kam nicht ohne Beschädigungen über die Passage. Wir brachten unseren SUBARU ohne einen Kratzer über die Distanz – eines unserer Hauptziele war somit schon mal erfüllt.

Der lange Freitag mit dem frühen Start und den zehn schwierigen Prüfungen war wirklich anstrengend, Konzentrationslücken auf den Prüfungen sind - selbst wenn man mit gemäßigtem Tempo unterwegs ist - keine gute Idee. Gemäßigtes Tempo ist natürlich ohnehin immer eine Frage der Betrachtung. Durch die Kehren sind wir natürlich standesgemäß im Drift durch, die schnellen Passagen haben wir jedoch nur so zügig genommen, dass wir einen guten 

Eindruck von der Qualität unseres Schriebes und den „Problemstellen“ bekommen konnten.  Über das Reifen-Thema haben wir auch viel gelernt – unter dem Strich waren Jürgen und ich mit unserem Einsatz sehr zufrieden. Keine Frage – die Jänner Rallye ist die schwierigste in Österreich, der Herausforderung würde ich mich gerne mal im Wettbewerb stellen. Mal sehen, ob und wann es soweit ist – jetzt freue ich mich mal auf unsere erste Rallye im Wettbewerb 2018, und die ist im März im Rebenland.

Abschließend: Der technische Ausfall von Niki im R5-Fiesta in Führung liegend war echt extrem bitter – der Ausfall von Simon Wagner am Verbinder in´s Ziel war aber eine echte emotionale Katastrophe. Sogar für uns und viele weitere Unbeteiligte – schön, dass sein heroischer Sieg auf den Wertungsprüfungen und das Endergebnis der Zeitnahme mit dem in die Jahre gekommenen Mazda vor Ort von den Fans und in den sozialen Medien so fanatisch gefeiert wurde.

Die Jänner brachte ganz ohne Frage auch heuer viele Dramen mit sich – für mich war Simon´s Drama jedoch das größte Rallye-Drama, bei dem ich live dabei war. Sehr schade – für alle Beteiligten, sogar für den Sieger Johannes Käferböck…sein Sieg geht natürlich völlig in Ordnung, er ist meiner Wahrnehmung nach aber ziemlich untergegangen. Gratulation an alle, die bei der anspruchsvollen Rallye im Ziel waren!

Last but not least: Danke an Robert Zitta und alle  Mitglieder und Unterstützer des RCM - http://www.jaennerrallye.at/ueber-uns/ - für die tolle Veranstaltung - well done!